home/logo
  
imgnews | action | information | events | contact | search 

key indigenous australian issues

  • art
  • culture
  • health
  • history
  • human rights
  • law and justice
  • native title
  • social justice
  • repatriation
  • stolen generations
  • stolen wages



    keep in touch
    register to receive eniar's
    newsletter

    click here




  • home | news l

    Schwere Ausschreitungen in Sydney

    von Aden Ridgeway - 16.02.2004 13:27

    Presse:
    Bei heftigen Straßenkämpfen nach dem Tod eines 17-jährigen Aborigine in einer Vorstadt von Sydney sind 40 Polizisten verletzt worden. Aufgebrachte Jugendliche setzten in der Nacht zum Montag einen Vorstadtbahnhof in
    Brand, schlugen Fensterscheiben ein und bewarfen Polizisten mit Steinen und Brandsätzen. Auslöser war der Tod des 17-jährigen Thomas Hickey, der am Sonntag beim Sturz von seinem Fahrrad ums Leben kam. Seine Mutter erklärte, der Junge sei von Polizisten verfolgt worden. Die Polizei wies dies zurück.

    Rund 100 Jugendliche zündeten den Bahnhof der Vorstadt Redfern an und zertrümmerten ein Auto. Mehrere hundert Polizisten setzten Wasserwerfer gegen sie ein. Die Unruhen endeten nach neun Stunden am ontagmorgen. Vier Jugendliche wurden festgenommen. Die meisten der verletzten Polizisten erlitten Knochenbrüche. Bis zum Nachmittag wurden alle bis auf einen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Über mögliche Verletzte unter den Jugendlichen war zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher der Aborigine-Gemeinde, Lyle Munro, sagte, die Unruhen seien nicht nur eine Reaktion auf Hickeys Tod, sondern Folge einer bereits seit
    längerem schwelenden Unzufriedenheit. Die Polizei bedrohe und drangsaliere täglich jugendliche Aborigines in Redfern, erklärte Munro im Rundfunksender 2UE. Der Gouverneur des Staats New South Wales, Bob Carr,
    ordnete eine Untersuchung zur Ursache von Hickeys Tod an. Der Junge stürzte nach Angaben seiner Mutter in einen Zaun und wurde aufgespießt. «Wie sie (die Polizisten) unsere Kinder behandeln, muss aufhören», sagte Gail Hickey. «Sie behandeln unsere Kinder wie Hunde.»

    Die verarmten australischen Ureinwohner leben in Redfern in einer slumartigen Siedlung, die nur als «The Block» bekannt ist. Sie wurde in den 70er Jahren von der Regierung eingerichtet, um die hohe Obdachlosigkeit unter den Aborigines zu bekämpfen. Heute ist die Gegend als Umschlagszentrum für Drogen berüchtigt. Von den rund 20 Millionen Einwohnern Australiens sind etwa 400.000 Aborigines. (yahoo_news)

    Unruhen werfen Schlaglicht auf die Rassenprobleme Australiens

    Ein junger Aborigine stirbt. Seine Eltern und Freunde machen die Polizei verantwortlich. Kurz danach fliegen Brandsätze und Steine, ein Auto und der Stadtteilbahnhof gehen in Flammen auf. Die meisten Australier
    betrachten ihre Gesellschaft als fair, mit Chancen für jeden. Aber die Unruhen werfen ein drastisches Schlaglicht auf die Rassenprobleme, die das Land seit der Ankunft der ersten Siedler vor mehr als zwei Jahrhunderten
    verfolgen.

    Schauplatz der neunstündigen Straßenschlacht war das Elendsviertel «The Block» im Stadtteil Redfern, eine Ansammlung heruntergekommener Häuser. Ob der 17-Jährige tatsächlich von der Polizei verfolgt wurde, als er vom Fahrrad und in einen Zaun stürzte, wie dies Freunde erklärten, ist fast nebensächlich. Führende Vertreter der Aborigines, der australischen Ureinwohner, weisen darauf hin, dass die Gründe für die Unruhen weit tiefer liegen. «Die Leute sollten sich nichts vormachen; das ist Australien», sagt Senator Aden Ridgeway, der einzige Aborigine im australischen Bundesparlament. «Die Unruhen in der vergangenen Nacht sind ein extremes Beispiel dafür, wie weit die Entfremdung bei einigen jungen Aborigines geht.»


    Dabei ist ironischerweise die Kultur der Aborigines eine Multi-Millionen-Dollar-Industrie in Australien. Die Touristen kaufen tausende Bumerangs aus billiger Massenproduktion und traditionelle Malereien. Viele Läden sind nur ein paar Kilometer vom Schauplatz der Unruhen entfernt. Das meiste Geld aus dem Geschäft mit der Kultur der Aborigines geht in Unternehmen, mit denen sie nichts zu tun haben. Die Touristen bekommen meist auch gar nichts mit von den Lebensverhältnissen der Aborigines und ihrer schlechten medizinischen
    Versorgung. Seit der Ankunft der Siedler 1788 leben die Ureinwohner eher schlecht als recht neben der Gesellschaft her. Kostspielige Regierungsprogramme, dies zu ändern, scheiterten und machten die Aborigines zu einer Gemeinschaft mit den Problemen der Dritten Welt inmitten von einem der reichsten Länder der Welt.

    Heute leben etwa 400.000 Aborigines in einer Gesellschaft von rund 20 Millionen Menschen. Nach Angaben des Statistischen Amtes liegt die Lebenserwartung der Aborigine-Männer bei nur 56 Jahren, 21 Jahre unter dem
    Landesdurchschnitt. Die Lebenserwartung der Frauen liegt bei 63 Jahren, 20 Jahre weniger als die der Australierinnen. Von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Regierung abgesehen, liegt die Arbeitslosigkeit bei 40 Prozent. Die hohe Arbeitslosigkeit ist auch mitverantwortlich dafür, dass ein Fünftel der Häftlinge Aborigines sind,
    obwohl sie gerade zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen. Alkoholismus und Drogenkonsum sind die größten Plagen.

    Auch sind Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Aborigines gar nicht so selten. Nur finden sie meist abseits der Zentren in kleineren Orten statt, in denen die Medien praktisch nicht präsent sind. So gab es
    in der vergangenen Woche in der Stadt Katherine im Norden des Landes Proteste, nachdem Polizisten mit ihrem Wagen einen in einer Durchfahrt schlafenden Aborigine überfahren hatten. Die Polizei sprach von einem
    Unfall. Auch wenn die Behörden hier und auch jetzt in Sydney eine Untersuchung der Vorfälle zusagen, es ist nicht zu erwarten, dass das tief sitzende Misstrauen schnell verschwindet.

    Source: indymedia (Germany)


    Further information: redfern riots


    || click to go to the top of this page

     

     

    its one year on from the Australian Governments controversial intervention into NT Indigenous communities

    information and news index

    convergence on canberra 2008

     

    action
    support
    GetUp Australias

    Roll back,
    not roll out

    campaign

    listen to Indigenous community voices speaking about the intervention

    eniar logohome | news | action | information | events
    copyright | mission statement | contact | terms & conditions | gallery | search |journalists | European languages
    Where am I? -  •  click to go to the top of this page
    all content copyright ENIAR © 2007 except where noted • click here to add this site to your bookmarks / favourites • ENIAR not responsible for external links content • webmasters — support this website by linking to it from yours  • many, many thanks to Paul Canning web design and GreenNet