key indigenous australian issues
| home | news lMelbourne - ein gigantischer AmeisenhaufenInvasive Ameisen beunruhigen Australiens Wissenschafter 26 August 2004 - Ameisen geben derzeit zu reden in Australien. Während in und um Melbourne eine zusammenhängende Kolonie entdeckt wurde, die sich über hundert Kilometer erstreckt, bereitet im tropischen Norden Australiens die Gelbe Spinnerameise der lokalen Aborigines-Bevölkerung und den Naturschützern Sorgen. Australien ist ein klassisches Einwanderungsland. Und was gäbe es Schöneres, denkt man, als dass Angehörige von Völkern, die einander anderswo bekämpfen, hier zu harmonischem Zusammenleben finden. Was sich wie eine romantische Utopie anhört, hat in der australischen Millionenstadt Melbourne, einem multikulturellen Schmelztiegel, tatsächlich stattgefunden. Allerdings überhaupt nicht zur Freude der Bevölkerung. Und gar zur Beunruhigung der Wissenschafter, denn bei denjenigen, die jetzt in Melbourne in vollkommener Eintracht leben, handelt es sich nicht um Menschen, sondern um Ameisen, genauer gesagt um sogenannte Argentinische Ameisen (Linepithema humile). Die in Australien nicht indigene Spezies wurde erstmals im Jahre 1939 im Land registriert und war, wie vermutet wird, durch den Schiffsverkehr hierher gelangt. Jetzt haben Forscher der Monash University in Melbourne entdeckt, dass die Argentinischen Ameisen eine riesige Kolonie gebildet haben, die sich zusammenhängend über rund hundert Kilometer in und um Melbourne ausgebreitet hat. Verhängnisvolle genetische Veränderung Immerhin sind die Argentinischen Ameisen, wie Elissa Suhr meint, für die Menschen wenn zwar lästig, so doch ungefährlich. Nicht gesagt werden kann dies allerdings von den Gelben Spinnerameisen (Yellow Crazy Ants oder Anoplolepis gracilipes), einer ursprünglich wohl aus Afrika stammenden Art, die sich im tropischen Norden Australiens in Arnhem Land eingenistet hat. Den Namen hat den Tieren ihr nervöses Verhalten bei Störung eingetragen. Auch diese Ameisen formieren sich in «Superkolonien» und können laut Angaben der australischen Forschungsorganisation CSIRO eine Dichte von 79 Millionen Tieren pro Hektare Buschland erreichen. Neben den Folgen für die Biodiversität stellen die Gelben Spinnerameisen auch für Tiere ausserhalb ihres Speisezettels sowie sogar für Menschen eine Gefahr dar, indem sie eine Säure ausscheiden, die bei Augenkontakt zur Erblindung führen kann. Bedrohung für die Aborigines In Arnhem Land will das Forschungsinstitut CSIRO deshalb in Zusammenarbeit mit der lokalen Aborigines-Bevölkerung die Gelben Spinnerameisen ausrotten. Die Aborigines sind zwar bekannt für ihren grossen Respekt vor der Natur, doch die Gelben Spinnerameisen sind eine importierte Plage und stellen damit für das ökologische Gleichgewicht, das für die traditionell lebenden Aborigines überlebenswichtig ist, eine Gefahr dar. Deshalb sagte Balupalu Yunupingu von der Dhimurru Aboriginal Land Management Corporation, diese kleine Ameise könne Land, Leben und Kultur der lokalen Bevölkerung zerstören, weshalb sie ausgerottet werden müsse. Die Regierung des australischen Northern Territory hat dafür Mittel von umgerechnet fast vier Millionen Franken bereitgestellt. Mit ökologisch unbedenklichen Ködern sollen im ersten Jahr drei Viertel des betroffenen Landes behandelt werden. Denn die Ameisen hätten durchaus die Kapazität, in weit entfernte Gebiete Australiens zu gelangen, meinte ein Experte. Source: Neue Zürcher Zeitung (Switzerland)
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