key indigenous australian issues
| home | news lTracey MoffattBy Annette Stein 28 February 2002 - Tracey Moffat wird 1960 als Halbaborigine in Brisbane geboren und aufgrund der Assimilationspolitik Australiens ihren Eltern entrissen. Noch als Baby wird sie von einer weissen Arbeiterfamilie adoptiert und wächst mit der Bilderwelt des Fernsehens in einer Arbeitersiedlung auf. 1982 schliesst sie ihre Ausbildung am Queensland College of Art (Brisbane) in Visueller Kommunikation ab und avanciert bald als Fotokünstlerin und Filmemacherin zur derzeit bekanntesten Repräsentantin der Avantgarde Australiens. Ausserhalb Australiens wurde sie vor allem mit ihrer 9-teiligen Fotoserie Something More (1989) und dem Kurzfilm Night Cries. A Rural Tragedy (1989) bekannt, der 1990 auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Moffat führt in ihren Fotografien das filmische Prinzip fort: die Aufnahmen entstehen ausschliesslich in Serien, deren einzelne Bildabfolge nicht determiniert ist. Zwar suggerieren die Bildserien einen erzählerischen Zusammenhang, ein kontinuierlicher Handlungsstrang wird aber vergeblich vom Betrachter gesucht. Ihre Arbeitsweise gleicht einem Film-Setting, wo sie mit gestellten und inszenierten Fotos ihre eigene (Bild-)Welt kreieren will, in die sie sich selbst sehr oft als Hauptfigur miteinbringt. Moffatt bezeichnet sich selbst am liebsten als "image maker". Ihre Bilder wirken wie eingefrorene Filmstills, sie präsentieren fragmentarische Momente. Besonders deutlich zeigt das ihre Serie Something More, in der sie das Schicksal einer "gefallenen Frau" schildert, die von der Sehnsucht nach einem besseren Leben in der Stadt erfüllt ist, noch "etwas mehr" für ihr Leben erhofft, als dieses erdrückende Leben in einfachen Verhältnissen. Die Hauptfigur, die Moffatt selbst spielt, ist erfüllt von einer traumhaften Sehnsucht, wie sie Pier Paolo Pasolini in seinem Film Accatone aus dem Jahr 1961 auszudrücken vermochte und dem sich Moffat in dieser Serie auch stark verpflichtet fühlt. In der Sammlung Essl befindet sich u.a. auch die 6-teilige Bildfolge Pet Thang (1991). Dort tauchen partiell beleuchtete Phantasiebilder von Schafen, Lämmern und nackten Frauenkörpern diffus aus dem dunklen Nichts auf. Eine nicht greifbare Darstellung von weichen und warmen Körpern, wollig beim Schaf und zart beim Frauenkörper, spielt mit surrealen Effekten des Traums und Tabuthemen. Zahlreiche Einzelausstellungen wie zum Beispiel im Dia Center for the Arts, New York (1997), in der Fundacio Caixa de Pensions, Barcelona (1999) oder im Centre National de la Photographie in Paris (1999) verhalfen Moffatt neben ihrer filmischen Arbeit zu internationaler Bekanntheit. 1997 war sie auf der Biennale in Venedig vertreten. Tracey Moffatt lebt und arbeitet in Sydney und New York. Source: Sammlung Essl (Austria) related links :
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